Weight Watchers Punkte

Leicht abnehmen

Weight Watchers: Das Punkte-System für ganzheitliches Abnehmen

Weight Watchers ist als Programm zur Gewichtsreduktion mittlerweile in aller Munde. Prominente wie Bärbel Schäfer, Oliver Kahn und Christine Neubauer schwören auf das Ernährungsprogramm und zählen fleißig Punkte (neu: ProPoints), um die Kilos purzeln zu sehen. Dabei wirbt Weight Watchers selbst damit, keine Diät, sondern eine Lebenseinstellung zu sein. Denn neben dem bekannten Berechnen nach Punktesystem und Punktetabellen setzt Weight Watchers auf Abnehmen durch eine grundlegende Änderung des Verhaltens.

Weight Watchers: Mit Punkte-Diät gegen das Übergewicht

Der Traumkörper ist in Deutschland mittlerweile für viele zur Lebensaufgabe geworden: Diäten gehören längst zum Alltag vieler Bundesbürger. Dass viele gängige Mittel zur Gewichtsabnahme oft nicht zum gewünschten Erfolg verhelfen, zeigen die Statistiken zum Übergewicht in Deutschland.

Weight Watchers scheint eines der wenigen Programme zu sein, dass seinen Kunden sowohl das Erreichen als auch das langfristige Halten des Wunschgewichts möglich macht. Dabei ist der Erfolg des Programmes keine Zauberei, sondern fußt auf einfachen Prinzipien:

  • Gesunder Ernährung,
  • kleinen Sünden und
  • Motivation.

Ernährungsverhalten umstellen mit Punkte-Tabelle als Richtlinie

Fast hat man beim Eintritt in das Weight-Watchers-Programm das Gefühl, man bekäme ein zusätzliches Elternteil zur Hand. Denn das Programm ist darauf ausgelegt, einen zur eigenverantwortlichen Gewichtsreduktion zu erziehen. Und dies passiert oberflächlich per Anleitung mit einem Punktesystem, Richtlinien zur gesunden Ernährung und wöchentlichen Treffen.

Eigentlich geht es jedoch darum, mit einem Programm, das an den richtigen Stellen sanft und streng ist, das Ernährungsverhalten dahin gehend zu verändern, dass es Freude macht, dem Körper gut tut und langfristige Erfolge erzielt. Erziehung hin zur schlanken Silhouette – mit Weight Watchers als strenger, aber guter Mutter.

Als die amerikanische Hausfrau Jean Nidetch bemerkte, dass es ihr viel leichter fiel, im Kreise ihrer Freundinnen abzunehmen und mit ihnen gemeinsam die Pfade der gesunden Ernährung zu erkunden, sollte sie noch nicht wissen, dass dies der Anfang zu einem der erfolgreichsten Abnehm-Konzepte weltweit werden sollte.

Das Kernsystem von Weight Watchers: Treffen und Austausch

Tatsächlich tun es Jean Nidetch mittlerweile über 300.000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen allein in Deutschland gleich und besuchen die wöchentlichen Treffen von Weight Watchers. Und auch wenn das Programm seit 1960 ernährungswissenschaftlich immer wieder auf den neuesten Stand gebracht wurde, ist das Prinzip der Diät dasselbe geblieben: Gemeinsam lässt es ich leichter abnehmen.

Hinter Weight Watchers steht mehr als simples Punkte-Zählen. Das Programm ist so ausgerichtet, das jeder Diätwillige nicht nur seinen eigenen Punktewert errechnet bekommt, sondern bei seinem Weg zur Traumfigur auch individuell betreut wird. Jede Woche werde die Punkte, die man täglich zu sich nehmen darf, neu berechnet. Gleichzeitig treffen die Teilnehmer aufeinander und tauschen sich über ihre Erfahrungen aus, lassen sich von dem anwesenden Gruppenleiter motivieren und erstellen einen Plan für die nächste Woche.

Neuere wissenschaftliche Forschungen betonen immer wieder, wie wichtig die soziale Komponente beim Abnehmen ist. Denn Abnehmen funktioniert nicht durch strikte Verbote, sondern durch Akzeptanz des eigenen Körpers und der eigenen Schwächen. Die Schauspielerin Christine Neubauer, eine begeisterte Weight-Watchers-Anhängerin, brachte dies in einem Interview auf den Punkt. Sie sagte, dass sie erst haben abnehmen können, als sie sich selbst und ihren Körper angenommen und akzeptiert hatte.

Abnehm-Probleme: Jo-Jo-Effekt und zu hohe Ziele

Oft scheitern Diäten daran, dass man zu hart zu sich selbst ist, sich zu hohe Ziele steckt und versagt. In einer Art Schwarz-Weiß-Denken wird die Diät wieder verworfen; kleine Fehler führen zu einem Infragestellen des ganzen Vorhabens. Hier setzen die wöchentlichen Treffen an: Die Teilnehmer können sich gegenseitig kontrollieren und ermahnen, wenn jemand sich zu viel vornimmt. Gleichzeitig hilft das Gefühl, nicht als einzige Person inkonsequent gewesen zu sein, dabei, sich zu verzeihen und motiviert in die nächste Woche zu starten.

Weight Watchers bietet den Kunden, die ihr Wunschgewicht erreichen, einen ganz besonderen Bonus: Wer die gewünschte Kilozahl abnimmt und sechs Wochen sein Körpergewicht hält, wird mit der Goldmitgliedschaft belohnt. Er darf kostenlos an allen Treffen weltweit teilnehmen, solange er nicht mehr als 2 Kilo über seinem Normalgewicht liegt.

Hier sorgt die „strenge Mutter“ für das Halten des Gewichts durch soziale Kontrolle. Man ist so lange im Kreis der Familie akzeptiert, wie das Gewicht mit Weight Watchers gehalten werden kann.

Volle Freiheit bei der Lebensmittelauswahl mit dem Punktesystem

Immer wieder betonen die Teilnehmenden von Weight Watchers, dass sie es besonders genießen, sich mit dem Programm auch ungesunde Speisen ohne schlechtes Gewissen gönnen zu können. Denn das ist die ernährungsphilosophische Grundlage von Weight Watchers: Jedes Lebensmittel ist erlaubt – die gesunden im Übermaß, die Sünden in kleinen Dosen.

Dass Fett, Zucker und Weißmehl nicht die Grundlage der Ernährung sind, sondern nur als keine Extras eingesetzt werden, dafür sorgt das Punktesystem von Weight Watchers. Hier bekommt jedes Lebensmittel eine bestimmte Anzahl an Punkten.

Desserts, Bier, Wein und andere „Ernährungssünden“ werden mit einer hohen Punktezahl bestückt, Lebensmittel mit einem niedrigen Fettgehalt und einem hohen Ballaststoffanteil wie Vollkornbrot oder Hülsenfrüchte bekommen eine niedrige Punktezahl. Der Kniff des Weight Watchers-Prinzip: Lebensmittel mit einem sehr hohen Ballaststoffanteil bekommen keine Punkte. So kann sich der Teilnehmer jederzeit an Obst und Gemüse satt essen und muss nicht hungern, um abzunehmen.

Pro-Points: Kalorien, Kohlenhydrate, Ballasstoffe und Eiweiß

Seit 2010 heißen die Punkte der Weight Watchers ProPoints. Hier wurde die Berechnung auf den neuesten ernährungswissenschaftlichen Stand aktualisiert und berücksichtigt nun neben dem Brennwert (den Kalorien) eines Lebensmittels auch, wie viele Kohlenhydrate, wie viel Eiweiß und wie viele Ballaststoffe in dem Lebensmittel enthalten sind.

Auch hinter dem Punktesystem steht die Idee, den Teilnehmer sanft zur richtigen Ernährung umzuerziehen. Denn langfristig wird das satt machende Vollkornbrot einer Scheibe Weißbrot mit demselben Punktewert vorgezogen. Und wer sich hauptsächlich an Obst und Gemüse satt isst, vermeidet Hungern und somit Heißhungerattacken, die das Abnehmen oft unmöglich machen.

Außerdem gibt es jede Woche ein Extra-Kontingent an Punkten, die bei besonderen Anlässen wie Feiern oder Restaurantbesuchen eingelöst werden können und dem Teilnehmenden so klar machen, dass über die Strenge schlagen ab und zu erlaubt ist.

Fette und kolenhydrathaltige Lebensmittel müssen nicht gemieden werden

Für Sport kann man sich zusätzlich sogenannte ActivePoints seinem Konto gut schreiben lassen, um etwatige Ernährungssünden auszugleichen oder mehr essen zu dürfen. So besteht eine große Möglichkeit, die Ernährungsrichtlinien von Weight Watchers umzusetzen und die Ernährung kontrolliert umzustellen – mit einem hohen Anteil an Eigenverantwortung.

Den Überblick über das Punktesystem geben sogenannte Punktetabellen. In dem Weight Watchers Einkaufsführer sind über 300.000 Lebensmittel mit ihren Punkten eingetragen. Auch Restaurantspeisen und Getränke werden berücksichtigt. Außerdem kennzeichnet Weight Watchers etwa 200 Lebensmittel, die besonders gut satt machen, der Einfachheit halber grün. So wissen die Teilnehmenden beim Einkauf auch ohne aufwendiges Zählen schnell, dass sie bei Vollkornprodukten, Reis, magerem Fleisch und fettarmen Milchprodukten zugreifen können.

Um zu vermeiden, dass die Teilnehmer vom vielen Punktezählen müde werden, erlaubt Weight Watchers sogenannte Sattmacher-Tage. An diesen darf so viel gegessen werden, wie man will – aber nur von bestimmten Lebensmitteln. Kleine Extras wie der gesüßte Milchkaffee am Morgen sind zwar erlaubt, werden aber vom Extra-Punkte-Kontingent abgezogen. Die Liste mit den Lebensmitteln, die man beim Sattmacher Tag essen darf, liegt den Unterlagen bei, die jeder Teilnehmende beim Start bekommt.

Punkte oder Points? Abnehmen als 360°- Prinzip

Neuere Forschungen haben ergeben, dass Übergewicht meistens keine körperlichen, sondern psychische Ursachen hat. Heutzutage fällt es den Menschen schwer, den Versuchen, die sie tagtäglich umgeben, zu wiederstehen. Die meisten Menschen sind übergewichtig, weil sie dem „hedonistischen Hunger“ nicht widerstehen können. So nennt Weight Watchers die Lust auf Essen, obwohl man eigentlich kein Hungergefühl verspürt.

Wegen dieser Erkenntnis hat Weight Watchers 2013 seine Strategie noch einmal verändert und seine neue Richtlinie 360° getauft. Bei dieser Richtlinie geht es nicht nur um die Umstellung auf eine gesunde Ernährung, sondern auch um die Psyche, die das Abnehmen so oft boykottiert. Bei den Treffen wird zusammen mit den Teilnehmern nun nicht mehr nur der tägliche Points-Wert für die kommende Woche festgelegt, sondern es wird vermehrt geschaut, wo die Fallen des einzelnen Teilnehmers lauern. Mit einem Ernährungstagebuch wird den Gewohnheiten auf die Schliche gekommen, um das Verhalten bei kritischen Situationen dauerhaft zu ändern.

Unter dem Stichwort „Meine Routine“ sollen ungesunde Verhaltensweisen, die sich eingeschlichen haben, nach und nach durch gesunde ersetzt werden. Das gesunde Verhalten wie Sport und Entspannung soll in kleinen Dosen in den Alltag eingeführt werden, sodass es irgendwann wie von selbst geschieht. Unter dem Stichwort „Mein Umfeld“ werden die Stolperfallen im Abnehmprozess identifiziert: Einige snacken zu Hause zu viel, einige kaufen mit Hungergefühl ein, einige schlagen bei Feiern zu gerne über die Stränge. Wenn die Teilnehmenden ihre eigenen kritischen Situationen kennen, entwickeln sie gemeinsam mit dem Coach einen Plan, auch bei diesen Fallen Meister der Situation zu bleiben.

Für diese sehr aufwendig erscheinende Methode des Abnehmens gibt Weight Watchers zahlreiche Werkzeuge zur Hand, die den Gewichtsverlust erleichtern sollen. Das Tagebuch kann auf Papier oder auf dem Smartphone geführt werden. Seit 2012 ist ein umfangreiches Weigth Watchers App im Handel, das neben allen Punktetabellen auch die Tagebuchfunktion, Rezepte und Verhaltens-Tipps anbietet. Und auch die Homepage von Weight Watchers bietet Hilfe bei der Alltagsmeisterung: Hier gibt es zahlreiche Informationen, Erfolgsstorys und Rezepte zum Nachkochen.

Nachteile von Weight Watchers

Weight Watchers entspricht grundsätzlich den offiziellen Anforderungen an ein Gewichtsreduktionsprogramm. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung befindet das Programm für ernährungswissenschaftlich sinnvoll. Viele Kritikpunkte, die es in der Vergangenheit gab, hat Weight Watchers im Laufe der Jahre gelöst. Eine immer wieder aufkommende Kritik ist jedoch, dass der Konzern auch seine eigenen Lebensmittel herstellt und vermarktet – und das zu ziemlich hohen Preisen. Allerdings funktioniert dieWeight Watchers Formel auch ohne den Kauf der konzerneigenen Lebensmittel.

Ein offensichtlicher Nachteil von Weight Watchers ist der Kostenfaktor. Zu der Anmeldegebühr von rund 15 Euro kommen wöchentliche Kosten von etwa 12 Euro pro Treffen. Allerdings haben Studien herausgefunden, dass es für die meisten Teilnehmenden hilfreich ist, für ein Gewichtsreduktionsprogramm zu zahlen. Denn das erhöht, zumindest in den Studien, die Motivation zum Abnehmen nochmals. Außerdem gibt es mittlerweile die abgespeckte Online-Variante des Weight Watchers Programm für billigere 15 Euro im Monat.

Diese Online-Variante ist auch eine gute Alternative für diejenigen, denen die wöchentlichen Treffen ebenfalls als ein Nachteil erscheinen. Nicht jedem gefällt es, seine Gewichtsreduktion mit sozialem Austausch zu verbinden; viele Menschen nehmen lieber für sich alleine ab, sei es aus Zeitmangel oder Schüchternheit. Da kann die Online-Variante des Programms helfen, indem sie alle wichtigen Fakten zur Ernährung vermittelt und einen Coach an die Seite stellt, aber zu keinem wöchentlichen Treffen verpflichtet.

Weight Watchers ist mittlerweile eine Erfolgsstory – und zwar nicht nur die eines Konzerns, sondern auch die zahlreicher Individuen, die es mit dem Programm geschafft haben, nachhaltig und erfolgreich ihr Gewicht zu reduzieren. Das Programm ist zwar aufwendig und erfordert viel Einsatz und Geduld. Aber jede erfolgreiche Änderung des Lebens benötigt Aufmerksamkeit und Arbeit – besonders eine so große wie die grundsätzliche und langfristige Umstellung der eigenen Ernährung.

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